Josef Bierbichler   „Ich will sie als meine Feinde!“

20. Juni 2003  Freitag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Von Schauspielern ist man oft belangloses Lebensgeplauder gewöhnt. Davon ist in Verfluchtes Fleisch nichts zu finden. So wurde es prompt als wichtigstes Theaterbuch des Jahres 2001 gepriesen. Mit ebenso groben wie präzisen Schlägen trifft Josef Bierbichler in dieser surrealen Autobiographie alles, was nach Konformismus riecht, seinem misanthropischen Querdenkertum quer kommt: den selbstgefälligen Kulturbetrieb, heuchelnde Politiker, eitle Kollegen und tyrannische Regisseure. Die ruft er zum Kollektivselbstmord auf. Für die Rettung des deutschen Theaters. Und erzählt über Filmpartnerin Juliette Binoche, den Fluch des Fleisches und sein Alter Ego, den metamorphotischen Kaspar.

Inmitten eines Theaterlebens an den größten deutschen Bühnen mit Regisseuren wie Achternbusch, Zadek und Schlingensief oder in Filmen wie WINTERSCHLÄFER, CODE: UNBEKANNT und ABSCHIEDBRECHTS LETZTER SOMMER schreibt Bierbichler gegen das Anpassen an. Reitet trotz besseren Wissens zu Windmühlen und rollt Steine. Mit dem bayrischen Sisyphos wird der Journalist und taz-Mitbegründer Tom Schimmeck (Küsten) sprechen.