Michael Althen   Unerträgliche Leichtigkeit des Scheins

24. Januar 2003  Freitag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

»Das Kino ist keine Wunschmaschine, sondern vor allem eine Folterbank.« Wer so spricht, muss schon verdammt gut wissen, was er durchgemacht hat in den Sperrsitzen der 70er Jahre: mit dem Elektrogehirn HAL 9000, das uns in 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM allen Ernstes weismachen will, es habe Angst. Mit Buster Keaton, der immer besser als Chaplin war und doch so traurig wie kein anderer. Mit der Tüte, die in AMERICAN BEAUTY endlos im Wind tanzt. – Warte, bis es dunkel ist. Eine Liebeserklärung ans Kino ist vielleicht das schönste Angebot, das man nicht ablehnen kann. Weil der Leser schon bekannte Filme mit glänzenden Augen noch einmal sieht. Anmutige Oden auf das Kino sind das. Sie handeln von verschwundenen Filmpalästen, vom Strahlenkranz des Fernsehers, vom Schwein im Hintergrund – und von all den Filmen, die den Autor als Zuschauer geprägt haben. Kurzum: Cinema Paradiso im Zentrum. Mit Ausschnitten. Mit Antworten. Mit Schwelgen. Und mit Fragen des Publizisten Mathias Mertens (Frankfurt/M.), jemandem, der Althens zelluloide Auflösungs-prozesse so oder ähnlich auch schon durchgemacht hat.