Harald Hartung und Steffen Jacobs   Lyrische Doppelvisite

19. Februar 2004  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Sollte man flüchten? – 2 Lyriker. Beide aus der Kulturhauptstadt. Der eine Anfang 70. Der andere Mitte 30. Beide schätzen sich. Beide haben eine gemeinsame Lesung konzipiert. Nein. Hingehen. Weil es Harald Hartung und Steffen Jacobs sind, ein Literaturprofessor und der Lyrikdoktor. Harald Hartungs erinnerungsgeführte Stimme hat uns Gedichte wie Traumregie oder ganze Bände wie Traum im deutschen Museum und zuletzt Langsamer träumen geschenkt. Er liest kritisch Bücher für die F.A.Z., lehrte an der TU Berlin und gab in Enzensbergers Anderer Bibliothek die entscheidende Anthologie Luftfracht – Internationale Poesie heraus, dazu den Essayband Masken und Stimmen. Steffen Jacobs »raffinierte Form von Oberflächlichkeit« (»Oberflächlich – aus Tiefe«) ist vielgelobt. Wenn die Lobredner aber Matthias Politicky, Florian Illies und Peter Rühmkorf heißen, wird es irgendwie staatstragend. Drei Gedichtbände hat er veröffentlicht. Zuletzt  das wunderbare Angebot freundlicher Übernahme. Unter dem Pseudonym Jakob Stephan war er der Hausarzt der Gegenwartslyrik, nachzulesen in „Lyrische Visite“, mit der er uns skalpellscharfe Lachheilkunde verabreicht.