Gerhard Paul   Bilder des Krieges - Krieg der Bilder

20. September 2005  Dienstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Ein Soldat, der die Sowjet-Flagge auf dem Berliner Reichstag hisst. Ein im Lauf sterbender Soldat im Spanischen Bürgerkrieg. Ein nacktes vietnamesisches Mädchen nach einem Napalm-Angriff. Lautlose Explosionen im Fadenkreuz amerikanischer Nachtsicht-Kameras. – »Moderne Kriege sind immer auch Kriege der Bilder. Sie werden durch Bilder legitimiert, sie setzen sich in Bildern um, sie werden in Bildern erinnert«, sagt Gerhard Paul, der mit „Bilder des Krieges - Krieg der Bilder“ eine Geschichte des visuellen Kriegsjournalismus geschrieben hat. Zugleich ist diese ein gelungener Versuch, auf die Bildinstrumentalisierung der kriegsführenden Parteien aufmerksam zu machen, die ihre Taten seit jeher mit Kriegsdarstellungen rechtfertigen, heroisieren oder verharmlosen. Dass Bilder vom Krieg angesichts ihrer ständigen Präsenz  für uns im Wohnzimmer schon zum Krieg selbst geworden sind, kann diesen nur recht sein. In einem bildunterstützten Vortrag und einem anschließenden Gespräch mit dem Historiker und V&R-Lektor Martin Rethmeier (Göttingen) blättert Paul in unserem kollektiven Bildgedächtnis.