Adam Zagajewski   Mystik für Anfänger

7. Dezember 2006  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Es gibt Zeitgenossen aus aller Welt, deren Lippen kleine »ahs« und »ohs« zu formen scheinen, wenn jemand seinen Namen ins Gespräch wirft. Sogar die deutsche Literaturkritik führt ihn als einen der Anwärter auf den Nobelpreis: Adam Zagajewski, der Dichter, der wie Milosz, Herbert und Szymborska zum polnischen Kanon gehört. Seine Stationen: 1945 in Lemberg geboren, in den Siebzigern an allen illegalen literarisch-ästhetischen Bewegungen Polens federführend beteiligt, seit 1982 Wahlheimat Paris. Über Jahrzehnte Professur für Creative Writing in Houston/Texas (er nennt es »Sibirien«) und dann 2002 Rückkehr nach Krakau – wegen der Irritationen, die Paris nicht bietet. Ein Kosmopolit, der ein halbes Dutzend Sprachen spricht – immer zum Mitschreiben schön. Sein Werk ist ein sirrender Bienenstock, durchdrungen von Religion, Philosophie, Politik und historischem Bewusstsein. Es sind Gedichte, die alles vernommen haben, eindringlich wie Summen, stechend vor Schönheit. – Das Gespräch moderiert der Verlagsleiter, Lektor und Autor Henning Ziebritzki (Tübingen).