Michael Hofmann   Der verlorene Sohn der deutschen Literatur
In der Reihe »Hausbesuch«

14. Oktober 2006  Samstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Privatwohnung

Literatur will die Privatheit der menschlichen Existenz. Und so lebt man mit ihr: in Wohnzimmern, Bücherräumen, Gedankengalerien, Traumgebäuden. Gute Stuben, die sich öffnen lassen, wie ein erster »Hausbesuch« mit Jürgen Becker im März zeigte. – Nun lädt das Zentrum wieder gemeinsam mit einem Gastgeber zu einer Lesung und Gesprächen in eine Göttinger Privatwohnung. Zu Gast ist der Autor Michael Hofmann, der verlorene Sohn der deutschen Literatur, »den kein Lockruf zurückholt« (D. Grünbein). Als Sohn des Romanciers und Lehrreisenden Gert Hofmann aufgewachsen und immer wieder für längere Zeit im Ausland, entscheidet sich Hofmann mit vierzehn für das Englische. Mit 27 gilt er international als einer der wichtigsten Lyriker. Seine Gedichte sind voller Disbalance, Ingrimm und chirurgischem Feinempfinden inmitten der Krisengebiete von Partnerschaft, Familie und Binationalität. Hofmann, selbst Übersetzer von Tucholsky, Brecht und Koeppen, wurde mit dem Band „Feineinstellungen“ umfänglich von Marcel Beyer ins Deutsche übertragen.