Katja Lange-Müller   »Böse Schafe«
In der Reihe »Hausbesuch«

8. März 2008  Samstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Privatwohnung

Literatur will die Privatheit der menschlichen Existenz. Und so lebt man mit ihr: in Wohnzimmern, Gedankengalerien, Traumgebäuden. Gute Stuben, die sich öffnen lassen. – Wieder wird gemeinsam mit einem Gastgeber zu einer Lesung in eine Privatwohnung geladen. Zu Gast ist die Autorin und Eckkneipeninspizientin Katja Lange-Müller. In ihrem Roman „Böse Schafe“ lässt sie verkrachte, verbarrikadierte Existenzen in einem gräulichen Westberlin der 80er Jahre auflaufen. Ihre doppeldeutschen, von Hirn-Herz-Zerrissenheit getriebenen Protagonisten leben in einem Vineta ihrer Zeit. Lange-Müller kennt diese Ära, beide Seiten der Mauer und, nach jahrelangen Nachtwachen in einer Psychiatrie, wohl auch die trostlosen Typen ihrer Romane und Erzählungen: »Man kann die Wahrheit eben auch lügen.« Sie hat einen Brühwürfel ohne Auflösung geschaffen.