Thomas Glavinic   »Das bin doch ich«

17. April 2008  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Thomas Glavinic ist wohl der vielseitigste Autor Österreichs. Seine Genres reichen vom Krimi „Die Kameramörder“ über den Anti-Ratgeber „Wie man leben soll“ bis hin zur literarischen Utopie „Die Arbeit der Nacht“: Ein Mann wacht morgens auf und ist der letzte Mensch auf der Welt. „Das bin doch“ ich heißt der jüngste Roman. Er stand auf der Shortlist des Buchpreises ‘07. Der Ich-Erzähler heißt wie sein Erfinder, Glavinic, und erzählt die Geschichte eines Autors, der gerade „Die Arbeit der Nacht“ verfasst und sich auf die Shortlist ‘06 wünscht. Im Roman kämpft Glavinic gegen Erwartungsdruck, innere Brüchigkeit. Er wird zum hypochondrisch-infantilen Stadtneurotiker und Alltagsdramaturg – hochkomisch, mit schamloser Selbstironie. Getaktet werden die Ereignisse durch SMS von Daniel Kehlmann, der ihm gipfelstürmerische Verkaufzahlen des eigenen Bucherfolgs durchgibt. Das alles ist mehr als ein Kunstgriff. Schon sind die Feuilletons voll mit Spekulationen über den »autobiographischen Roman«, der Satire und zugleich so realiter ist. »Wäre das mein Leben, würde ich Selbstmord begehen«, sagt Glavinic. Der Echte. – Jens Meyer (Göttingen), einer der Leiter des Literarischen Salons in Hannover, moderiert und stellt die Frage nach der Autorschaft.