Detlef Kuhlbrodt   Erklärt die Welt: Haschisch

12. November 2008  Mittwoch  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Detlef Kuhlbrodt ist ein heller Träumer. In Kreuzberg führt er ein Leben voller Einfachheit und Schönheit, das sich in wesenhafter Redundanz mit seinem Werk verschränkt. Für die Berliner Seiten der taz hat er sechs Jahre lang kleine Alltagsfenster auf die Stadt und ihre Bewohner geöffnet. Sein Kolumnenband Morgens leicht, später laut (Suhrkamp) versammelt diese unprätentiös aufgeschriebenen, schönen Beobachtungen – nach Jahreszeiten geordnet. Ein Buch, in dem das Erzählen kein Spiel ist, sondern der Versuch, ganz ohne Posen bei sich selbst zu sein. Die luminösen Singles fassen die Erfahrung, dass die Welt längst kein ganz unfreundlicher Platz ist, man aber dennoch manchmal fremd daneben stehen kann. Darum braucht es Rituale, die dem Leben ein Gerüst geben: entschlossenes Rauchen als Sinnstiftung, Flippern, Playstation, Schnupftabak, Jägermeister. Haschisch allerdings ist das St. Pauli unter den Rauschmitteln, sagt Kuhlbrodt.

Im Rahmen der Reihe »Erklärt die Welt: …« widmet sich der Autor dem Rausch, dem Rauschen und anderen Nebenwirkungen des Alltags – und erweitert diese eigenwillige Enzyklopädie um Wissen über Erdpfeifen, Kreuzberger Haschrebellen und ravende Kühe.