Christian Petzold   JERICHOW YELLA GESPENSTER

11. Juni 2009  Donnerstag  20:00 Uhr

(Gespräch)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Monochromer war Trost nie. Jedenfalls hebt er sich nicht ab von der Palette der Seelengebirge und Gesellschaftssteinbrüche in den Filmen Christian Petzolds. DIE INNERE SICHERHEIT, TOTER MANN, WOLFSBURG, GESPENSTER, YELLA, und JERICHOW sind Kammerspiele im Offenen, lichtschwere Polaroids und zutiefst poetisch. Sie führen kein Material vor (Kostüme, Wumm-Bumm, Moral), vertrauen auf ihre Bildsprache und graben tief in ihren Ensembles. Das ist mitunter kaum auszuhalten. Weil es wahr ist. Allein die Geräusche in diesen Filmen beunruhigen uns: schmächtiger Wind, der in Pappeln fährt, das Summen von Pneus auf wechselndem Belag und sogar die stahlzarten Blicke von Nina Hoss scheinen leise Lärm zu machen.

Ein Abend über die Arbeit dieses Regisseurs, der einer der genauesten deutschen Erzähler ist. Der von zwei Menschen, die sich später lieben werden, erzählt und solch eine Geschichte mit einem Satz beginnen lässt wie: »Interessieren Sie sich auch für Analysen?« Der Wert legt auf die Homogenität von Kamera, Ton, Schnitt, Ausstattung, Licht und Casting. Und der Autos als Druckkammern bezeichnet, in die er vorzugsweise Benno Führmann setzt. Moderation: Torsten Kellner und Erik Westermann.