Olga Tokarczuk   Unrast oder das Leben als ewige Reise

18. Juni 2009  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Krajanów, ein Dorf westlich der Karpaten. Dort lebt Olga Tokarczuk und schreibt all die Bücher, die sie in Polen und weit darüber hinaus berühmt machen. Von dort aus scheint sie zu beweisen, dass die Essenz der Welt schon in der eigenen Provinz enthalten ist. Denn in ihrem Erzählen sucht sie nicht die Ferne, sondern fokussiert das Innerste – Erinnerungen, Träume, Mythen. – Dennoch zieht es Tokarczuk nach ihren Erfolgen mit dem Erzählungsband „Der Schrank“ und Romanen wie „Taghaus, Nachthaus“ zeitweilig in die Metropole, nach Berlin. Diese Großstadterfahrung hat die wohl populärste polnische Autorin der jüngeren Generation in den Erzählungen „Spiel auf vielen Trommeln“ konzentriert. Auch in ihrem neuen, mit dem bedeutenden Literaturpreis Nike ausgezeichneten Roman „Unrast“ (Schöffling & Co) sind die Protagonisten wieder auf Reisen. In einer Vielfalt von Texten, von der Reiseerzählung bis zur pointierten philosophischen Betrachtung, nähert sich die Bogumil-Linde-Preisträgerin 2008 dem an, was für sie den Menschen in der heutigen Welt charakterisiert: Bewegung, Instabilität und Rastlosigkeit. Tokarczuk liest aus „Unrast“ und spricht mit der Slavistin Aleksandra Laski (Göttingen).