Astrid Dehe und Achim Engstler   Unter Schwalbenzinnen, Florenz, Frühling 1442

24. November 2015  Dienstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Günter Grass Archiv

Eine Veranstaltung des Steidl Verlags in Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Göttingen.

Seit 400 Jahren scheitern sowohl Experten als auch wissenschaftliche Laien daran, das sogenannte Voynich-Manuskript zu entschlüsseln. Die Autoren Astrid Dehe und Achim Engstler verweben in ihrem Roman eine spannende Geschichte mit tiefgründiger Recherche und erfinden die Entstehung der rätselhaftesten Handschrift der Welt neu.

Im Florenz des Jahres 1442 beherrschen die Medici die Stadt, ihr Wort ist Gesetz. Widersacher werden aus dem Weg geräumt. In dieser Atmosphäre von Misstrauen und Verrat gerät der junge Kopist Matteo gleich zweifach in Bedrängnis: Nach dem Tod des Vaters hat er eine Familienpflicht zu erfüllen. Er muss ein altes Buch bewahren, das seit Generationen vom Vater auf den Sohn übergeht. Die Sprache dieses Libro dei C versteht niemand. Der Überlieferung nach wird die Schrift sich erst offenbaren, wenn die Zeit reif ist. Und Matteo soll die Traumbilder der Patriziertochter Evelina di Adimari aufzeichnen: Visionen von Wurzelwesen, unbekannten Pflanzen, Tieren und Königinnen, die nackt in Blütenkelchen baden. Eine Welt der Frauen, eine »schöne Welt, bewegt von Liebe«. Diese Visionen aber stehen zu stark im Widerspruch zur kirchlichen Doktrin, zu sehr bedrohen sie die Macht Cosimo de‘ Medicis. Ungute Zeichen verdichten sich, auf dem Pergament wie in den dunklen Gassen von Florenz. Am Ende bleibt dem Kopisten nur sein Handwerk, um sich und die schöne Evelina zu retten, ihre Bilder und das Libro dei C.