Sarah Diehl und Gertraud Klemm   Mütter-Mythen

10. Dezember 2015  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Ein bitterböses und zugleich hochempathisches Porträt zweier Frauen-Generationen ist Gertraud Klemm in ihrem Roman Aberland (Droschl 2015) gelungen, dessen Sprachwitz und -wucht ihr in Klagenfurt den Publikumspreis einbrachten. Ähnlich schlimm wie ihre Mutter Elisabeth mit dem Älterwerden, hadert Franziska mit ihrer eigenen Mutterrolle – zerrieben zwischen Kind, Haushalt und unvollendeter Doktorarbeit. Während der Vater des Kinds Karriere macht.

Sarah Diehl wiederum räumt mit ihrer Streitschrift Die Uhr, die nicht tickt (Arche 2014) gründlich und luzide auf mit dem immer noch wirksamen Mutterideal. Sie will vor allem Frauen Mut machen, die ein kinderloses Leben wählen, aber ohne dabei in das übliche Latte-Macchiato-Mütter-Bashing zu verfallen.

Ein Abend über zwei wichtige Bücher, über Mütter und Nicht-Mütter, alte und neue Frauenbilder, zahnlose und bissige Feminismen – moderiert von Dorothee Kimmich (Tübingen).