Monika Rinck   *WIRKSAME FIKTIONEN*
Zwei Vorlesungen über Lyrik zwischen Fiction und Non-Fiction In der Reihe »Lichtenberg-Poetikvorlesung«

30. Januar 2019  Mittwoch  20:00 Uhr

(Poetikvorlesung)
Aula am Wilhelmsplatz, Göttingen
Eintritt frei

  • 31. Januar (Donnerstag), 20:00 Uhr
    (Poetikvorlesung)
    Aula am Wilhelmsplatz

Foto © Gene Glover

»Wenn ich immer weiter geradeaus fahre«, schreibt Monika Rinck, »komme ich irgendwann ans Wasser. Oder ich komme an eine Grenze. Dort ändert sich das Land. ›A border, like race, is a cruel fiction‹, schreibt die Dichterin Wendy Trevino; eine Grenze, so wie eine Rasse, sei eine brutale Fiktion. Womöglich sind die Metaphern hier wirksamer als die Begriffe. ›Das kann nicht sein.‹ – ›Im Gegenteil: Das muss so sein.‹

Unter unrechten Bedingungen wird alles eins, es lässt sich nicht mehr unterscheiden. Jede Verwendung von Sprache richtet sich gegen den Unterlegenen. Und wieder steht alles auf der Grenze. Erneut hält alles an. Sie warten auf das Visum wie auf eine sehr wirksame Fiktion. Bevor es nicht da ist, geht nichts mehr weiter – abgesehen von diesem Leben. Das ist Realismus. Doch wie realistisch ist das Gedicht, zu Ende gedacht? Hat es am Ende irgendetwas zu sagen?«

Am ersten Abend wird Christian Metz, Autor von Poetisch denken. Die Lyrik der Gegenwart (S. Fischer 2018), eine Laudatio auf Monika Rinck halten. Am zweiten laden wir im Anschluss zu einem Weinempfang.