Anna Thalbach und Katharina Thalbach   Die exzessive Existenz: Thomas Brasch

17. Mai 2005  Dienstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

„Ich bin mit 31 Jahren in dieses Land gekommen/ Christus war 31 als er nach Jerusalem kam/ ich will ihnen nichts predigen/ ich kann ihnen mit meinen Wörtern nichts sagen, was sie verstehen/  sie fragen mich sie drucken mich sie filmen mich sie gebrauchen mich/  ich komme aus dem ärmeren Deutschland sie/ Zeichnen mich aus (5000 Mark Lessing-Preis Stipendium)/ sie brauchen mich/ ich komme aus dem deutschen Bauch in die harte deutsche Leber/  sie haben Beschwerden deutsche/ in Ost und West/ im Osten sind sie unbeholfen im Westen sind sie flott/ sie haben mich/ gedruckt nicht geruckt/ fotografiert nicht aufgenommen/ interviewt ignoriert/ gefragt vernommen/ deutsche Geschichte gelehrt/ sie haben mich/ fallengelassen/ weggeworfen auf/ mich/ russisch und englisch/ aber auf mich/ danke.“

Die Thalbachs haben mit Thomas Brasch gelebt. Die Schauspielerinnen, Mutter wie Tochter inzwischen weit bekannter als ihr Dichter, werden seine Texte lesen. Und mit dem Journalisten Rüdiger Suchsland (FR/ Tagesspiegel/ Film-Dienst, München) sprechen. Über nächste Nähe und brutale Liebe. Über Bayern und die Provokation. Denn Ordnung gibt es keine.