Henning Ahrens   Erklärt die Welt: Mastbullen einfangen

3. Februar 2005  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

In der Reihe „Erklärt die Welt: …“ erläutern deutschsprachige Autoren ein Stück Welt ihrer Wahl, aus ihrer Sicht. Nachdem Abstraktes wie „männliche Sexualität“ und „Hochstapelei“ behandelt wurde, widmet sich nun jedoch Henning Ahrens einer handfesten Sorge: Wie bändigt man, auch als vergeistigter Mensch, unkontrollierte Naturgewalt? Wie fängt man einen Mastbullen ein?

Ähnlich manifest geht es zu in Ahrens´ zweitem Roman Langsamer Walzer. Im Frankfurt einer unbestimmten Zukunft, das am Ende des Krieges Europas gegen die USA in Schutt und Asche liegt, tanzt nur die Sprache des Autors. Ein Pandämonium an Protagonisten quält, liebt und bekämpft sich durch eine schneedreckige Landschaft. Menschen begegnen einander, drehen sich eine Weile gemeinsam durch die Verworrenheit, trennen sich, finden zu neuen Paaren zusammen. Also doch: Das Leben ein Tanz. Und mittendrin beginnen die Kens zu kämpfen, damit ihre Barbies nicht mehr an Fleischerhaken im Innenhof eines Verlagshauses enden.

Henning Ahrens, der mit „Lieblied, was kommt“ und Stoppelbrand“ zwei Lyrikbände veröffentlichte, und dann mit „Lauf Jäger lauf!“ einen ebenfalls erfolgreichen Debütroman vorlegte, liest aus „Langsamer Walzer“. Und wird den Mastbullen einfangen.