Rafael Chirbes   Wurzelbeleuchtung

26. Mai 2005  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen


Foto Leonie Meyer-Krentler und Rafael Chirbes

„Die Isolierung der Menschen in Mimoun glich der jener riesigen, einzeln stehenden Bäume, deren Wurzeln sich unter der Erde suchen“ schrieb Rafael Chirbes 1988 in seinem Debüt „Mimoun“. Eine unterirdische Textur hat seitdem sein Schreiben bestimmt und ihn zu einem der größten, vielleicht zum notwendigsten spanischen Gegenwartsautor gemacht. 

Seine Bücher greifen die unbewältigte Vergangenheit nach Bürgerkrieg und Diktatur auf und wälzen sie immer wieder um. Mit seinem Roman über einen regnerischen Novembertag, den Tag vor Francos Tod, ist Chirbes berühmt geworden („Der Fall von Madrid“). 

Im Fokus stehen soll das, was Chirbes` Bücher trägt und verbindet: eine feine Melancholie, ein rauer Ton, eine klare Sprache. Und immer wieder der Durchbruch einer seltsamen Mischung aus Lebensgier und Resignation, nicht zuletzt: unverwüstliche Poesie. Rafael Chirbes wird aus seinen Texten lesen und mit dem Göttinger Romanisten Burkhard Pohl und Leonie Meyer-Krentler genau darüber sprechen.

 

In Zusammenarbeit mit dem Romanischen Seminar der Universität Göttingen