Navid Kermani   Büchertag: das literarische Gespräch

8. Mai 2010  Samstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Albanikirche, Göttingen

Die besten Fragen sind die nicht beantwortbaren, meint Navid Kermani. Deshalb stellt er sie energisch, in großen Debatten. Und dabei geht es ums Ganze. Um das Verhältnis von Orient und Okzident, von Einwanderern und Eingesessenen, von säkularer Gesellschaft und Religion. Welten, die für sich genommen bereits ein kaum zu erfassendes Universum bergen. Und eben das will Kermani: Die Dinge in ihrer Komplexität zeigen, uns den Spiegel vorhalten. Ein Universum hat keine Schubladen. Aber wir Menschen schaffen uns welche, weil wir sie brauchen. So öffnet Kermani eine nach der anderen, diskutiert das ästhetische Erleben des Koran (Gott ist schön, C. H. Beck) und schreibt Erzählungen zu Liebe, Tod und Sex (Du sollst, Ammann). Er spricht über Religion und Toleranz. Hierfür bekam Kermani kürzlich den Hessischen Kulturpreis verliehen, die wacklige Debatte dazu kam gratis. Zum Abschluss des Büchertags, an dem die Bedeutung und Schönheit von Literatur für unsere Kultur dargestellt und gleichzeitig an die Bücherverbrennung von 1933 erinnert werden soll, liest er aus einem unveröffentlichten Manuskript. Über seine Arbeit im Grenzverkehr der Kulturen spricht Kermani mit dem Göttinger Publizisten Heinz Ludwig Arnold.