Steffen Martus   Gelehrte Märchenerzähler - von Fakten und Fröschen

27. Mai 2010  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Märchen sind einer unserer großen gemeinsamen Nenner. Die Geschichten der Brüder Grimm und ihr behaglich-schauriger Märchenton haben dem Klang unserer Kindheit Melodien beigemischt, die faszinierend und Furcht erregend waren. Der böse Wolf, Aschenputtel, der Froschkönig, sie alle gehören zu den Figuren der Kinder- und Hausmärchen, die Kindheitsängsten, Träumen und Wünschen ihre Gesichter geben. Noch im Erwachsenenalter träumen, hoffen und fürchten wir vor dem Hintergrund Grimm’scher Gestalten. Doch über die Sammler der Volkssagen selber, Jacob und Wilhelm Grimm, wissen wir weniger als wir zugeben mögen. Steffen Martus veröffentlichte mit Die Brüder Grimm (Rowohlt) eine kluge, fundierte Biografie. Der finstere Wald unserer Unkenntnis lichtet sich mit Martus‘ philologischer Brüderkunde. Denn neben dem Fabulieren gehören auch Mammutprojekte wie ihr Deutsches Wörterbuch zum ambitionierten Erbe der Gründerväter der Germanistik. Die »Göttinger Sieben« und der »Wiener Kongress« sind biografische Stützpfeiler, nicht angestaubte Historie. Der Literaturwissenschaftler Gerhard Lauer (Göttingen) unterhält sich mit dem Autor über zwei gegensätzliche Brüder.