Harald Martenstein   Heimweg

12. April 2007  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen

Für seine Reportage „Siegfrieds Erbin“ wurde er 2004 als Chefreporter beim Tagesspiegel mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. Noch bekannter ist Harald Martenstein für seine „Lebenszeichen“. Darin geht es um „Dresscodeblindheit“, Dosenpfand und Doppelkorn. Im aphorisierten Alltagsstil kreuzt er Fußcreme mit Frühstücksfernsehen und behauptet, seine Kolumnen seien „Naturprodukte wie Wein oder Gemüse“. In ihrem Kern finden sich Erkenntnisse wie: „Der Bauch ist die Zellulitis des Mannes.“ Selbstironisch, wortgewandt und pointiert zeigt sich Harald Martenstein in der ZEIT.
Nun erscheint sein erster Roman „Heimweg“: Zurückgekehrt aus russischer Kriegsgefangenschaft ist Joseph trotz Lungendurchschuss topfit verglichen mit dem, was sonst noch aus dem Zug steigt. Trotzdem: Außer Zähnen und Muskeln scheint er im Krieg auch die Liebe seiner Frau Katharina verloren zu haben und anstelle von Nachwuchs treten immer mehr seltsame Gestalten aus Gegenwart und Vergangenheit in den Alltag der zwei. Lakonisch leicht schreibt und  liest Harald Martenstein über die Kinderjahre der Republik, Geister der Vergangenheit und falsche Versprechungen der Zukunft. Die Moderatorin Insa Wilke (Literaturwissenschaftlerin/ -kritikerin) reist ebenfalls aus Berlin an.