Michèle Métail   2888 Donauverse - Ode an den Genitiv

24. Januar 2007  Mittwoch  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
St. Johannis, Göttingen

Eine Lesung in der Turmkapelle von St. Johannis – höher geht’s wohl nicht? – Jedenfalls schöner höher nicht in Göttingen. Und uferlose Texte verlangen trichterschmale Orte. Die französische Germanistin und Sinologin, Autorin und Fotografin Michèle Métail ist bekannt für ihre „mündlichen Veröffentlichungen“. Mit „2888 Donauverse“ (Edition Korrespondenzen) hat sie ein unendliches Gedicht „für den Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän“ geschrieben. Ein einfaches Gedicht. Denn jeder Vers hat sechs Substantive. Und in jedem Vers kommt ein neues hinzu. Man muss das hören, eine mal plätschernde, mal eiskrachende, dann strömend rasende Hommage an die Dinge, die Donau und die unmögliche Nennbarkeit der Welt. Zwischen Vers 0001 und 2888 entstehen und zerfallen Kosmen, will jedes Wort einmal gesagt sein, vermischen sich die Sprachen, kippen die Zusammenhänge ineinander. Manchmal klipp und klar, manchmal dunkel. Eine Performance, begrenzt auf 25 schwindelfreie und warm eingehüllte Zuhörer.

In Kooperation mit der Rats- und Marktkirche St. Johannis.

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