Uljana Wolf (Autorin, Berlin)

Uljana Wolf wurde 1979 in Ost-Berlin geboren. Sie studierte Germanistik, Kulturwissenschaft und Anglistik in Berlin und Krakau. Zurzeit lebt sie als Lyrikerin, Übersetzerin und Dozentin in Berlin und New York, wo sie am Pratt Institute und an der New York University Deutsch als Fremdsprache und Seminare zu Poesie und Übersetzung unterrichtet. Wolfs Gedichte sind von ihrer Arbeit als Übersetzerin und Pendlerin zwischen zwei Welten beeinflusst, sie lauschen auf das “Reiben beim Zusammenstoß sprachlicher Kontinentalplatten” (Denis Scheck). Sprachmischung und Sprachauflösungserscheinungen wie Versprecher, Verleser oder “falsche Freunde” sieht sie als ästhetische Verfahren, mit denen Identitätszuschreibungen hinterfragt werden können. Das Spiel um die Wanderbewegungen der Wörter öffnet die Texte auf eminent politische Fragen nach Einwanderung, Migration und Sprachpolitik.

Wolfs Gedichte wurden in mehr als 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Dresdner Lyrikpreis, dem Erlangener Preis für Poesie als Übersetzung und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis 2016. Uljana Wolf war Mitherausgeberin des "Jahrbuchs der Lyrik", S. Fischer 2009. Zuletzt veröffentlichte sie den Gedichtband meine schönste lengevitch (kookbooks 2013) sowie Wandernde Errands (Wunderhorn, 2016), ein Essay, das sich mit Texten der koreanisch-amerikanischen Dichterin und Künstlerin Theresa Hak Kyung Cha auseinandersetzt. 2017/18 war sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom.