Adolf Endler   »Krähenüberkrächzte Rolltreppe«
In der Reihe »Hausbesuch«

6. Oktober 2007  Samstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Privatwohnung

Literatur will die Privatheit der menschlichen Existenz. Und so lebt man mit ihr: in Wohnzimmern, Gedankengalerien, Traumgebäuden. Gute Stuben, die sich öffnen lassen. – Nun lädt das Zentrum gemeinsam mit einem Gastgeber wieder zu einer Lesung und Gesprächen in eine Göttinger Privatwohnung. Zu Gast ist der Lyriker, Wahn- und Wirrkopf Adolf Endler (*1930), Vaterfigur der oppositionellen DDR-Literatenszene am Prenzlauer Berg. Endler fand damals vor allem im szeneträchtigen Untergrund statt. Wobei die Szenetracht seinen »fratzenhaften« Texten nie völlig passte. Sein lyrisches »leises Attentat« gegen Mittelmäßig- und Scheinheiligkeit kam stets im selbst entworfenen Gewand eines Außenseiters daher, reizte als Sandkorn im Getriebe des Systems. Auch nach ‘89 verstummt sein Hohngelächter nicht, schallt bis in die USA, wo Warnung vor Utah entsteht. – »das Sandkorn wandert, wandert«. Jetzt erschien der Gedichtband Krähenüberkrächzte Rolltreppe.