Herta Müller   »Atemschaukel«

21. Januar 2010  Donnerstag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Lokhalle, Göttingen

Zwischen 1945 und 1950 wurden rumäniendeutsche Männer und Frauen im Alter zwischen 17 und 45 Jahren von den Sowjets zum »Wiederaufbau« in Arbeitslager verschleppt. Zu den Verschleppten zählte auch der damals neunzehnjährige, vor drei Jahren verstorbene Büchner-Preisträger Oskar Pastior. Ebenfalls von den Deportationen überschattet wurde die Lebensgeschichte der in Siebenbürgen geborenen Schriftstellerin Herta Müller (Herztier, Der König verneigt sich und tötet), deren Mutter Zwangsarbeit leisten musste. Im Jahr 2004 begaben sich Müller und Pastior gemeinsam zu den historischen Stätten in die heutige Ukraine, um dem Vergangenen nachzuspüren. Auf Grundlage dieser Reise und Gesprächen mit Pastior und anderen Zeitzeugen entstand der Roman >Atemschaukel< (C.Hanser). Eine Rekonstruktion kraft der Fiktion und Poesie. Scharfkantige Erinnerungsbruchstücke, Sichtpartikel, Verdichtung von Erlebtem, Neudefinition und Namengebung, innerhalb derer Überlebtes nachhallt. Insa Wilke (Köln) tritt mit Herta Müller auf dem Grat zwischen Vergangenheit und Gegenwart ins Gespräch.