04. Dezember 2014

Ausstellung »Queerstanbul«

 

Facetten von Liebe, Sexualität, Geschlecht und politischem Movement am Beispiel des LGBTIQ-Alltags in Istanbul

Die Ausstellung Queerstanbul zeigt in ethnografisch-künstlerischer Annäherung den LGBTIQ-Alltag während der Pride Week 2014 in Istanbul. Anhand von Fotografien, Video- und Soundinstallationen werden beispielhaft Einblicke in Lebenswelten von homo- und transsexuellen Menschen zwischen individuellem Alltag, Protest und politischem Movement ermöglicht.


Die Ausstellung findet vom 07. Dezember bis zum 14. Dezember 2014 im Gewölbekeller des Künstlerhauses Göttingen statt.
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Einige Stadtteile Istanbuls wie Beyoglu gelten für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle als sicher und werden von der queeren Szene stark geprägt. In den letzten Jahren boomt Istanbul mit einem vielfältigen Angebot an Gay Kneipen, Bars, Clubs und Hostels als Metropole einer blühenden homosexuellen Szene auch für Touristen. Seit 2003 hat Istanbul seinen jährlich von der Organisation „LGBTI Istanbul“ veranstalteten LGBTI Pride March. Nachdem im ersten Jahr 30 Personen teilnahmen, versammelten sich im Zuge der “Gezi-Park”-Demonstrationen im Juni 2013 Tausende von Homo-, Bi-, Hetero- und Transexuellen sowie sich solidarisierenden Gezi Park-Demonstranten am Taksim-Platz in Istanbul, um gegen den türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan und gegen Homophobie zu protestieren.

Die LGBTI Pride in Istanbul gilt als die größte Pride Parade in Osteuropa. Aber auch dort, wo Queers ihre sexuelle Identität in der Öffentlichkeit leben können, sind Homo- und Transphobie noch immer ein Problem. Durch den Einfluss der Regierung Erdogans ist darüber hinaus ein wachsender religiöslegitimierter, konservativer Einfluss spürbar. Die Stimmen, die auf diesen Missstand aufmerksam machen wollen, werdenlauter. Gleichzeitig ist aber auch in der “westlichen Welt” die Perspektive zu vernehmen, welche die “türkische und arabische” Welt als zunehmend homophob konstruiert.

Ausgehend von dem Forschungsseminar “Global City Istanbul” bei Prof. Dr. Sabine Hess und Dr. Gerda Heck am Institut für Kulturanthropologie der Universität Göttingen wurde ein Ausstellungskonzept entwickelt, um die gewonnen Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.

 

Weitere Infos finden Sie auf der Homepage: http://queerstanbul.com/ sowie auf dem angehängten Flyer.

Flyer »Queerstanbul«