»Weltenschreiber – Das Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche«

 

Wenn Kinder und Jugendliche in den Schreibwerkstätten damit beginnen, Geschichten aus ihrer Welt aufzuschreiben und mit anderen zu teilen, zeigt das sehr eindrücklich, was durch Sprache möglich wird: Durch den kreativen und künstlerischen Umgang mit Wörtern lernen sie, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und mit ihr in den Dialog zu treten. Dafür müssen wir die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

 – José F. A. Oliver, Autor und Mitentwickler der »Weltenschreiber«-Schreibwerkstätten

Mit dem Programm »Weltenschreiber« wird in mehreren Bundesländern ein neues Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche etabliert. Zentrale Bausteine des Programms der Robert Bosch Stiftung GmbH, das jetzt am Literarischen Zentrum Göttingen als einem der ersten Standorte umgesetzt wird, sind Schreibwerkstätten mit bekannten Autor*innen, die im regulären Deutschunterricht an Schulen unterschiedlicher Schulformen stattfinden, eine 18-monatige Fortbildung für Lehrkräfte zum literarischen Schreiben sowie ein Nachwuchsautor*innen-/Mentor*innenprogramm. Neben den Kultusministerien in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen unterstützen weitere Partner und Stiftungen das Programm, das in drei Bundesländern von den Literaturhäusern in Stuttgart und Rostock und Göttingen umgesetzt wird. Darüber hinaus ermöglicht die Kooperation mit dem Goethe-Institut deutschen Auslandsschulen in zehn weiteren Ländern am Programm teilzunehmen. Gemeinsam haben es sich die Partner zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche für das literarische Schreiben zu begeistern und es nachhaltig an Schulen und außerschulischen Lernorten zu etablieren. 

 

Weltenschreiber

Das Programm in Göttingen

»Literarisches Schreiben im Deutschunterricht« – Ein Fortbildungsprogramm für Deutschlehrkräfte aller weiterführenden Schulformen in Niedersachsen

Das literarische Schreiben ist noch fern davon, fester Bestandteil des regulären Deutschunterrichts zu sein. Während des Studiums spielen eigene literarische Produktionsprozesse selten eine Rolle, das Schreiben jenseits von wissenschaftlichen Arbeiten und Klausuren wird kaum thematisiert und auch wenn Lehrkräfte mit dem literarischen Schreiben in Kontakt kommen, fehlen ihnen häufig Konzepte und Formate für dessen Vermittlung im Unterricht. Angebote, sich in diesem Bereich fortzubilden, gibt es bisher nur wenige. Die 18-monatige Lehrkräftefortbildung im Programm »Weltenschreiber« orientiert sich am bewährten Vorbild des Literaturpädagogischen Zentrums Stuttgart (LpZ), das lange von der Robert Bosch Stiftung gefördert und inzwischen in die Landesförderung Baden-Württemberg aufgenommen wurde.

Im ersten Schritt sammeln die Lehrkräfte unter der Anleitung der Autorin Uljana Wolf im Modul Lyrik und Markus Orths im Modul Prosa eigene Schreiberfahrungen. Eine daran anschließende fachdidaktische Begleitung in Kooperation mit der »Abteilung Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur am Seminar für Deutsche Philologie« der Georg-August-Universität Göttingen unterstützt die Lehrkräfte dabei, das Gelernte auf den Schreibunterricht zu übertragen und die Schülerinnen und Schüler an das literarische Schreiben heranzuführen.

Die Lehrkräftefortbildung wird unterstützt durch das Niedersächsische Kultusministerium. Nähere Informationen zur Fortbildung finden Sie hier und in unserer Broschüre:

Broschüre Lehrkräftefortbildung

 

»Weltenschreiber«-Schreibwerkstätten an Schulen

In ein- bis zweijährigen Schreibwerkstätten, bei denen bekannte Autor*innen mit Schülerinnen und Schülern arbeiten, wird das literarische Schreiben in den regulären Deutschunterricht integriert. Die Schreibwerkstätten werden in enger Kooperation mit den Autor*innen und fünf Schulen in Göttingen und im Umland erarbeitet und durchgeführt.

Das Otto-Hahn-Gymnasium erprobt das literarische Schreiben gemeinsam mit der Romanautorin Lena Gorelik, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule mit dem Slampoeten Dalibor Marković, die KGS Gieboldehausen mit dem Sprachkünstler Arne Rautenberg, das Gymnasium Goetheschule Einbeck mit der Lyrikerin Nadja Küchenmeister und die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule mit der Roman- und Theaterautorin Léda Forgó.

Die Autor*innen, die am Programm teilnehmen und Schreibwerkstätten an Schulen durchführen, werden am Deutschen Literaturarchiv Marbach (DLA) für ihre Zusammenarbeit mit Schüler*innen und Lehrkräften geschult. Die Schreibwerkstätten werden gefördert von der VGH-Stiftung und der Klosterkammer Hannover.

 

Nachwuchsautor*innen-/Mentor*innenprogramm 

Anknüpfend an die Schreibwerkstätten wird 2019 ein Mentor*innenprogramm starten. In diesem Rahmen wird ein Stipendium an eine*n Nachwuchautor*in vergeben, die/der so zur/m Mentor*in wird. Kinder und Jugendliche, die große Lust am Weiterschreiben haben, können an diesem Programm teilnehmen und ihre Fertigkeiten im literarischen Schreiben weiter ausbilden und verstetigen. Das Mentor*innenprogramm wird gefördert von der Stiftung Niedersachsen. 

Ab 2020 wird darüber hinaus zum ersten Mal ein »Weltenschreiber-Festival« für innovative Literaturvermittlung stattfinden. 

 

»Weltenschreiber – Das Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche« ist ein Programm der Robert Bosch Stiftung GmbH in Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, dem Niedersächsischen Kultusministerium sowie der Stiftung Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover und der VGH-Stiftung. Weitere Partner im Programm sind die Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die Universität Rostock, die Georg-August-Universität Göttingen und das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA). In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, München, wird das Programm voraussichtlich in zehn weiteren Ländern angeboten. 

Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter: bosch-stiftung.de/weltenschreiber