Mark Terkessidis   »Wessen Erinnerung zählt?«

11. September 2019  Mittwoch  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Literarisches Zentrum, Göttingen


Foto © Andreas Langen

»Ein Mann der sich Kolumbus nannt‘ – wide-wide-witt, bum bum« – bis zum heutigen Tag singen Kinder in deutschen Kindergärten arglos Lieder, in denen der Kolonialismus als heiteres Aufeinandertreffen tapferer Seefahrer mit den »Wil­den« daherkommt. Und nur sehr langsam, wenn auch gewiss, kommt mit dem Streit ums Berliner Humboldt-Forum auch in Deutschland mächtig Bewegung in die Debatte um die brutale Aneignung – und, entsprechend, die Rückgabe – von Sammlungsstücken. Mark Terkessidis findet für sein neues Buch viele solcher Beispiele, die die kritische Frage erzwin­gen: Wessen Erinnerung zählt? (HoCa 2019)

Enorm anschaulich und immer sachlich erklärt der Mig­rations- und Rassismusforscher die Zusammenhänge von ge­genwärtigem Alltagsrassismus und seiner Historie und führt sie zu seiner zentralen Forderung in der Geschichtsbetrach­tung: zur Multiperspektivität. Über seine Thesen diskutiert er mit Riem Spielhaus.