Aleida Assmann und Anne Fuchs   PODCAST Folge 5
In schwerer Krise: Der europäische Traum In der Reihe »Göttinger Krisengespräche«

13. Juli 2020  Montag  18:00 Uhr

(Gespräch)
ausschließlich digital


Foto Aleida Assmann @ Corinna Assmann | Anne Fuchs © privat

Das »einflussreichste Intellektuellenpaar unserer Zeit« nannte die ZEIT Aleida und Jan Assmann, die gemeinsam im letzten Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurden. Mit Aleida Assmann – von all jenen verehrt und tatsächlich auch gelesen, die sich je mit kollektiver Erinnerungskultur beschäftigt haben – und mit der Direktorin des UCD Humanities Institute Ireland Anne Fuchs waren wir ursprünglich für Ende Juni verabredet, um im Alten Rathaus Assmanns neues Buch vorzustellen. Jetzt haben wir auch diese Verabredung in den virtuellen Raum verlegt. Wir treffen beide, um ausgehend von Assmanns neuaufgelegtem Europäischen Traum (C.H. Beck 2020) über transnationale Verantwortung in Krisenzeiten zu sprechen.

Seinen Ausgang nimmt Assmanns Buch vom Symbol der EU, dem Sternenkreis. Lange stand er im Rahmen der offiziellen Rhetorik der EU als Symbol für die ‚Einheit in der Vielfalt’. Heute müssen wir uns jedoch fragen: Was hält die Sterne überhaupt noch zusammen? Besitzt Europa ein Leitbild? In Absetzung vom ‚amerikanischen Traum’ führt Aleida Assmann das Stichwort vom ‚europäischen Traum’ und entwirft vier Lehren, die die Europäer aus der Geschichte gezogen haben (sollten). Aber gelten diese Lehren noch? Womöglich jetzt umso stärker?

Über Binnen- und Außengrenzen, Solidarität innerhalb und außerhalb Europas, über die Verantwortung der ehemaligen »Kolonialherren« und über Erinnerungspolitik angesichts von Black Lives Matter sprechen Aleida Assmann und Anne Fuchs mit Sebastian Puschner, Stellv. Chefredakteur der Wochenzeitung Freitag.


Hören Sie sich diese Folge an bei Anchor.fm

 

Zur Reihe »Göttinger Krisengespräche«:

Krisen legen die fundamentalen Realitäten einer Gesellschaft offen. Wer hat mehr, wer hat weniger? Was ist den Leuten viel wert, worauf kann man verzichten, worauf nur sehr schwer? Was hoffen wir, was fürchten wir am meisten? Wie wollen wir arbeiten, wie wollen weiterhin leben? Mit wem? Und auf wessen Kosten?

In so vielen Lebensbereichen, so hat man den Eindruck, ist jetzt, mitten in der Corona-Krise, genau der Zeitpunkt, um vieles nochmal ganz neu zu denken, womöglich neu zu entscheiden. Viele existenzielle gesellschaftliche Fragen drängen sich momentan viel stärker auf, wollen und müssen neu diskutiert werden. Und genau das soll hier in diesem Podcast, den »Göttinger Krisengesprächen«, passieren.

 

In Kooperation mit dem StadtRadio Göttingen.