Carolin Emcke, Lena Gorelik und Maryam Zaree   »Ist das ein Mensch?«
Ein Abend gegen das Vergessen

25. November 2022  Freitag  20:00 Uhr

(Lesung, Literatur)
Adam-von-Trott-Saal in der Alten Mensa der Universität


Foto © Emcke: Andreas Labes; Gorelik: Charlotte Troll; Zaree: Christoph Hardt/Geisler-Fotopress/Picture Alliance

Ist das ein Mensch? heißt das Buch, das Primo Levi 1947 veröffentlichte, direkt nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager. Die Autorinnen Carolin Emcke und Lena Gorelik und die Schauspielerin und Autorin Maryam Zaree widmen sich an diesem Abend ganz dem Widerstand gegen das Vergessen. Denn: Es gibt zwar eine offizielle Erinnerungs-Politik, die die Zeit des Nationalsozialismus aufruft, es gibt das mahnende »Nie wieder« – aber es wird mehr und mehr zu einem Ritual, ohne konkretes Wissen, ohne Stimmen, die das, was die Shoah tatsächlich bedeutete, vermitteln könnten. Auschwitz darf nicht zur bloßen Chiffre werden, ohne die Mechanismen der Ausgrenzung, der Entmenschlichung, der Vernichtung, die es ausmachten, zu verstehen.

Dieser Abend wird mit Texten von Überlebenden die Vielfalt der Stimmen und Perspektiven aufzeigen, die die Grauen der Lager erlebt und beschrieben haben. Ihre Berichte erzählen von der Gewalt und der Tortur, aber auch von Widerstand, Freundschaft und der Ethik des Erinnerns.

Mit Texten von Adam von Trott, Primo Levi, Jean Améry, Ruth Klüger, Charlotte Delbo, Imre Kertesz, Jorge Semprun u. v. a. Im Anschluss an die Lesung bringt Anja Johannsen die Autorinnen mit Maria Pohn-Lauggas (Uni Göttingen) und Sarah Reinke (Stiftung Adam von Trott) ins Gespräch.

 Studierende der Georg-August-Universität Göttingen erhalten an der Abendkasse freien Eintritt.