»Weltenschreiber – Das Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche«

 

Wenn Kinder und Jugendliche in den Schreibwerkstätten damit beginnen, Geschichten aus ihrer Welt aufzuschreiben und mit anderen zu teilen, zeigt das sehr eindrücklich, was durch Sprache möglich wird: Durch den kreativen und künstlerischen Umgang mit Wörtern lernen sie, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und mit ihr in den Dialog zu treten. Dafür müssen wir die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

 – José F. A. Oliver, Autor und Mitentwickler der »Weltenschreiber«-Schreibwerkstätten

Mit dem Programm »Weltenschreiber« wird in mehreren Bundesländern ein neues Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche etabliert. Zentrale Bausteine des Programms der Robert Bosch Stiftung GmbH, das am Literarischen Zentrum Göttingen als einem von drei Standorten umgesetzt wird, sind Schreibwerkstätten mit bekannten Autor*innen, die im regulären Deutschunterricht an Schulen unterschiedlicher Schulformen stattfinden, eine 18-monatige Fortbildung für Lehrkräfte zum literarischen Schreiben, ein Nachwuchsautor*innen-/Mentor*innenprogramm sowie in Göttingen seit dem Wintersemester 2020/21 auch ein dreiteiliges Seminarangebot zur Literaturvermittlung für Kinder und Jugendliche an der Universität Hildesheim. Neben den Kultusministerien in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen unterstützen weitere Partner und Stiftungen das Programm, das in drei Bundesländern von den Literaturhäusern in Stuttgart, Rostock und Göttingen umgesetzt wird. Darüber hinaus ermöglicht die Kooperation mit dem Goethe-Institut deutschen Auslandsschulen in zehn weiteren Ländern am Programm teilzunehmen. Gemeinsam haben es sich die Partner zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche für das literarische Schreiben zu begeistern und es nachhaltig an Schulen und außerschulischen Lernorten zu etablieren. 

 

Weltenschreiber

Das Programm in Göttingen

»Literarisches Schreiben im Deutschunterricht« – Ein Fortbildungsprogramm für Deutschlehrkräfte aller weiterführenden Schulformen in Niedersachsen

Das literarische Schreiben ist noch fern davon, fester Bestandteil des regulären Deutschunterrichts zu sein. Während des Studiums spielen eigene literarische Produktionsprozesse selten eine Rolle, das Schreiben jenseits von wissenschaftlichen Arbeiten und Klausuren wird kaum thematisiert und auch wenn Lehrkräfte mit dem literarischen Schreiben in Kontakt kommen, fehlen ihnen häufig Konzepte und Formate für dessen Vermittlung im Unterricht. Angebote, sich in diesem Bereich fortzubilden, gibt es bisher nur wenige. Die 18-monatige Lehrkräftefortbildung im Programm »Weltenschreiber« orientiert sich am bewährten Vorbild des Literaturpädagogischen Zentrums Stuttgart (LpZ), das lange von der Robert Bosch Stiftung gefördert und inzwischen in die Landesförderung Baden-Württemberg aufgenommen wurde.

Im ersten Schritt sammeln die Lehrkräfte unter der Anleitung der Autorin Uljana Wolf im Modul Lyrik und dem Autor Markus Orths im Modul Prosa eigene Schreiberfahrungen. Eine daran anschließende fachdidaktische Begleitung in Kooperation mit der »Abteilung Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur« am Seminar für Deutsche Philologie der Georg-August-Universität Göttingen unterstützt die Lehrkräfte dabei, das Gelernte auf den Schreibunterricht zu übertragen und die Schülerinnen und Schüler an das literarische Schreiben heranzuführen.

Die Lehrkräftefortbildung wird unterstützt durch das Niedersächsische Kultusministerium. Nähere Informationen zur Fortbildung finden Sie in unserer Broschüre:

Infobroschüre Lehrkräftefortbildung 2020

 

»Weltenschreiber«-Schreibwerkstätten an Schulen

In ein- bis zweijährigen Schreibwerkstätten, bei denen bekannte Autor*innen mit Schüler*innen arbeiten, wird das literarische Schreiben in den regulären Deutschunterricht integriert. Die Schreibwerkstätten werden in enger Kooperation mit den Autor*innen und fünf Schulen in Göttingen und im Umland erarbeitet und durchgeführt.

Teil der »Weltenschreiber«-Schreibwerkstätten 2018/19 waren:

Teil der »Weltenschreiber«-Schreibwerkstätten 2019/20 waren:

Teil der »Weltenschreiber«-Schreibwerkstätten 2020/21 waren:

 

Die Autor*innen, die am Programm teilnehmen und Schreibwerkstätten an Schulen durchführen, werden am Deutschen Literaturarchiv Marbach (DLA) für ihre Zusammenarbeit mit Schüler*innen und Lehrkräften geschult. Die Schreibwerkstätten wurden 2018-20 gefördert von der VGH-Stiftung und der Klosterkammer Hannover.

 

Das Schreib- und Vermittlungslabor – Kooperation mit dem Institut für Literarisches Schreiben der Universität Hildesheim

Im Oktober 2020 startete ein neuer Baustein des »Weltenschreiber«-Programms. Für die Studierenden am Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim bietet das Literarische Zentrum verschiedene Seminare an, bei denen die Literaturvermittlung an Kinder- und Jugendliche im Vordergrund steht. Insgesamt drei Seminare werden pro Semester angeboten: Arne Rautenberg und Gesa Husemann unterrichten das Seminar »Lyrik vermitteln«, Dita Zipfel und Marisa Rohrbeck gestalten das Seminar »Schreiben und Veranstalten für Kinder und Jugendliche«, Lena Gorelik und Marina Schwabe leiten im Wechsel das Seminar »Wie leite ich Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche«. Mit diesem neuen Baustein schlagen wir einen weiteren Weg zur nachhaltigen Professionalisierung der Literaturvermittlung an Kinder und Jugendliche ein, indem wir bereits zukünftige Autor*innen zu kompetenten Literaturvermittler*innen ausbilden.

 

Nachwuchsautor*innen-/Mentor*innenprogramm 

Anknüpfend an die Schreibwerkstätten fand im Schuljahr 2019/20 ein Mentoringprogramm statt. Kinder und Jugendliche, die in den Schreibwerkstätten große Lust am Weiterschreiben gewonnen haben, konnten an diesem Programm teilnehmen und ihre Fertigkeiten im literarischen Schreiben weiter ausbilden und verstetigen. Die Nachwuchsautorin Marina Schwabe hat das Mentoringprogramm in Göttingen geleitet, verbunden mit dieser Mentoringtätigkeit war zudem ein Arbeitsstipendium zur Unterstützung der literarischen Arbeit. 

Das Weltenschreiberstipendium wurde von der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Niedersachsen gefördert, unterstützt von dem Göttingen Tourismus e.V. und in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin, dem Deutschen Literaturinstitut Leipzig, dem Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim, den Literaturhäusern in Stuttgart und Rostock und dem Literarischen Zentrum Göttingen vergeben.

Seit 2021 ist dieser Baustein nicht mehr Teil des »Weltenschreibers«, die Arbeit zur Förderung junger Autor*innen wird aber im geplanten »LitLab – Das Schreiblabor« weitergeführt. 

 

»Weltenschreiber – Das Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche« ist ein Programm der Robert Bosch Stiftung GmbH in Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, dem Niedersächsischen Kultusministerium sowie der Stiftung Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover und der VGH-Stiftung. Weitere Partner im Programm sind die Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die Universität Rostock, die Georg-August-Universität Göttingen und das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA). In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, München, wird das Programm voraussichtlich in zehn weiteren Ländern angeboten. 

Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter: bosch-stiftung.de/weltenschreiber